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Der Gesundheitsminister der nordirakischen Regionen, Dr. Abdul Rahman Yones, war im Oktober in Großbritannien und Deutschland zu Gast, um in Gesprächen mit Gesundheitsexperten die spezifischen Probleme des irakischen Gesundheitswesens sowie etwaige Lösungsansätze zu diskutieren.

Neben der ausführlichen Darlegung der Ist-Situation, schilderte Dr. Yones aber ebenso detailliert die Ziele und strategischen Maßnahmen seines Ministeriums. So liegt ein Schwerpunkt auf der Förderung privater Investitionen in den Gesundheitssektor. Insbesondere das neu in Kraft getretene Investment Law soll hier Möglichkeiten – auch für ausländische Investoren – schaffen.

 

Ein grundlegendes Problem, so Dr. Yones, seien die sehr begrenzten finanziellen Mittel seines Ministeriums. Diese möglichst effizient und zum Nutzen des überwiegenden Teils der Bevölkerung einzusetzen, sei sein vorrangigstes Ziel. Er sehe daher seine vordringlichste Aufgabe im Wiederaufbau der medizinischen Grundversorgung (primary sector), die von mehr als 95% der Bevölkerung in Anspruch genommen werde. Die Versorgung im secondary und tertiary sector, der von ca. 5% der Bevölkerung genutzt werde, solle von privaten Anbietern erbracht werden. Mit dieser Zielsetzung eng verbunden sei die jetzt eingeführte strikte Trennung zwischen privatem und öffentlichem Gesundheitssektor, wozu u.a. auch die verbindliche Einführung einer privatärztlichen Gebührenordnung gehöre. Andererseits biete aber das Investment Law, das auch für ausländische Investoren gelte, gerade den privaten Anbietern vielfältige Förderungsmöglichkeiten.

Dr. Yones betonte, er sei sich der Gefahr sehr wohl bewusst, durch diese Trennung die Diskrepanz in der gesundheitlichen Versorgung zwischen arm und reich noch weiter zu vergrößern. Kurz- und mittelfristig fehle es jedoch seinem Ministerium schlicht an finanziellen Mitteln, um alle Bereiche seitens der öffentlichen Hand abzudecken. Deshalb sehe er in dieser Strategie die einzig sinnvolle Möglichkeit, für die gesamte Bevölkerung zumindest eine qualitativ hochwertige Basisversorgung sicherzustellen.

Darüber hinaus habe man begonnen, dass bislang zentral geführte Gesundheitswesen zu dezentralisieren und Entscheidungsbefugnisse – wenn auch zunächst nur in kleinerem Umfang – auf die jeweiligen Krankenhäuser direkt zu übertragen. Damit werde das Ministerium von Routineaufgaben entlastet und habe personelle und zeitliche Ressourcen für strategische Überlegungen geschaffen.

Aus- und Fortbildung von Ärzten, medizinischem Personal sowie Verwaltungsfachkräften, beschreibt Dr. Yones als weiteren Aufgabenschwerpunkt und hofft hierbei auf Unterstützung auch aus Deutschland. Gleiches gilt für den Aufbau einer technischen Infrastruktur zur Erfassung und Auswertung medizinischer Daten. Bislang sind praktisch keinerlei Gesundheitsindikatoren messbar; ebenso wenig kann eine Aussage über die Häufigkeit bestimmter Erkrankungen getroffen werden.

Erschütternd war die Schilderung seines Besuchs in Halabja, der Stadt, die von den Giftgasangriffen der irakischen Armee unter Saddam Hussein vor fast 20 Jahren am stärksten betroffen war.

Aufgrund der politischen Situation war es erst vor 2 Jahren möglich, mit dem Aufbau bzw. der Modernisierung von Gesundheitseinrichtungen zu beginnen. Im Haushaltsplan 2007 wurde ein Budget zum Bau eines 100-Betten-Krankenhauses speziell für Opfer der Giftgasangriffe bewilligt. Dr. Yones hofft, dass diese Mittel auch tatsächlich fließen werden und Anfang 2007 mit dem Bau dieses Krankenhauses begonnen werden kann. Die Einrichtung soll zugleich auch als Forschungszentrum zur Erforschung der Folgen von Giftgas dienen.

Von besonderem Interesse wird dabei die Frage sein, ob die erhöhte Krebsrate im Norden des Landes und insbesondere die hohe Inzidenz kindlicher Leukämien hierauf zurückzuführen ist.

Das vollständige Interview im Original-Text finden Sie unter www.krg.org/articles_print.asp?ArticleNr=14384

 

 

 

 

 


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